Geisslitztaler Musikanten

Instrumente

Die Querflöte
Die Querflöte, ein Holzblasinstrument und geschichtlich schon im 9. Jahrhundert vor Christus belegt, breitete sich strahlenförmig aus und drang über Indien, Ägypten und Griechenland nach Europa vor. Im 12. Jahrhundert kam das Instrument nach Deutschland und fand hier seine Weiterentwicklung. Die Querflöte war ein zylindrisch gebohrtes Buchsbauminstrument, das zunächst nur in einer Größe vertreten war, jedoch aber später noch weitere 2 Bauarten fand: Die Diskant- und die Tenorflöte. Die schon im 17. Jahrhundert vorgenommene Zerlegung des Instrumentes in 3 Teile (Kopfstück (1), Mittelstück (2), Fußstück (3)) wurde nun auch in ihrer Bohrung zugunsten der Obertonbereicherung verbessert. Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts wurden Klappen an das Instrument angebracht. Im frühen 19. Jahrhundert bis in die heutige Zeit wird die Querflöte im militärischen, wie auch im zivilen Bereich (Musikvereinen) eingesetzt und sollte dort in keiner Kapelle fehlen.
 
Die Klarinette
Die Klarinette ist im Hinblick auf andere Holzblasinstrumente noch ein "junges" seiner Art. Es ist ein Schnabelinstrument, d.h., dass aus dem Corpusrohr eine ausgeschnittene Zunge als Mundstück herausragt, auf dem ein einfaches Rohrblatt aufgelegt ist. Das späte 17. Jahrhundert gilt als Beginn der Klarinette. Sie entwickelte sich aus der "chamlumeau" (=Schalmey). Durch Verlängerung des Corpus erhielt das Instrument seine charakteristische Prägung. Als Material wird vorzugsweise Ebenholz, Grenadillholz,Cocoboloholz, Buchsbaum, Ahorn, vereinzelt auch Metall (Frankreich) verwandt. Die Klarinette hat 18 Tonlöcher (Flöte und Oboe kommen mit 11 aus) und wird in 7 verschiedenen Stimmungen gebaut.
Seit der "Mannheimer Epoche" fand die Klarinette Eingang in das Orchester. War sie bei Mozart noch eine Attraktion, wurde sie dann spätestens seit der Zeit Beethovens im Orchester unentbehrlich. Die Klarinette, mit 22 Klappen versehen, ist ein zylindrisch gebohrtes Instrument und in fünf Teile unterteilt : dem Mundstück (1), der Birne (2), dem zylindrischen Oberteil (3), dem Unterteil (4) und dem Becher (5).
Die erste entwickelte Klarinette stand in der Grundstimmung "C". Im 18. Jahrhundert erweiterte sich die Stimmung zu der tieferen in "b" und "a". Die B-Klarinette für die B-Tonarten und die A-Klarinette für die #-Tonarten. Diese Stimmung wirkt sich auch auf die Charakteristik des Gesamtklangs aus. Notiert werden alle Klarinettenarten im Violinschlüssel und sind alle, außer der C-Klarinette, transponierende Instrumente.
Die Klarinette hat, nachdem sie "hoffähig" geworden ist, recht schnell eine eigene solistische und kammermusikalische Literatur zugeschrieben bekommen. Ihr Aufgabenkreis im Jazz bei Benny Goodman u.a. ist ihr durch das vordringende Saxophon mit der Zeit sehr strittig gemacht worden.
 
Die Trompete
Was die Trompete von allen anderen Musikinstrumenten unterscheidet, ist die Pracht des Klanges. Wegen ihres weithin vernehmbaren Schalles, diente sie schon in frühester Zeit als Signalinstrument. Sehr bald kamen militärische und religiöse Funktionen hinzu. Alle prähistorischen und antiken Trompeten waren Kriegs- oder Kultinstrumente. Sie wurden aus Muscheln, Holz, Bronze oder Silber hergestellt. Die Trompete galt schon sehr früh als heiliges Instrument.
Früheste Trompeten hatten kein Mundstück und keinen Trichter. Sie waren eine Art Megaphon. Bei den alten Griechen war Trompeteblasen eine Disziplin bei den olympischen Spielen. Die Römer waren die ersten, die ein "Militärorchester" unterhielten. Eine Legion hatte wohl um die achtzig Trompeter.
Die Entwicklung der Trompete weist den Weg von China über den Orient, die Mittelmeer-Antike bis hin zum abendländischen Mittelalter. Von der konischen Holztrompete des 14. Jahrhunderts ging man jedoch bald ab. Man baute das Instrument in Metall nach. Doch diese schweren Trompeten waren zu unhandlich und wurden im gleichen Jahrhundert gebogen.
Das Geheimnis des Ansatzes, der Lippen- und entsprechend der Mundstückbildung, war damals so gültig wie heute. Mit der Umwandlung von Natur- bis zur Ventiltrompete um 1830 erlosch auch das Privileg der Trompeterzunft. Diesen, in den Offiziersstand erhobenen Musikern, war es bei Verlust dieses Patentes untersagt, profane Musik zu spielen.
Die hohen Instrumente sind heute unter dem Namen Barock- oder Bachtrompete in den Hochstimmungen D, Es, F und B bekannt. Die Literatur des Barock in allen virtuosen Schattierungen ist heute noch Prüfstein eines jeden guten Trompeters. Die Form der deutschen Konzerttrompeten weicht in ihrem konisch größeren Verlauf von jener Jazz-Trompete wesentlich ab. Die Mensur des ganzen Instrumentes steht in Relation zur wesentlich schlankeren Form des Corpus. Dadurch ist das Klangbild heller und passt sich der Musik dieser stilistischen Formation besser an. Heutzutage ist die Trompete aus einem Orchester oder einer Kapelle nicht mehr wegzudenken.
Eine herausragende Bedeutung kam dem Instrument im 20. Jh. durch den Jazz zu, zu dessen bevorzugten Instrumenten die Trompete sich schnell entwickelte.
Das Flügelhorn
Ein scheinbarer Verwandter der Trompete ist das Flügelhorn, das aber einer völlig anderen Instrumentengruppe zugeordnet wird. Nicht ganz Trompete, nicht ganz Waldhorn. Es gehört zur Familie der Bugelhörner, welche um 1825 (nach Erfindung der Ventile) regelrecht aus alten Signal- und Klappenhörnern entwickelt wurden (hierzu zählen auch das Alt-, Tenor- und Baritonhorn sowie die Bass-Tuben). Diese Instrumente wurden hauptsächlich im Militärorchester verwendet um mehr Durchschlagskraft und Klangbreite zu erlangen. Ihr Ursprung liegt im österreichisch-böhmischen Raum. Im Sinfonieorchester haben diese Instrumente nie eine Rolle gespielt (Ausnahme: Tuba). Das Flügelhorn unterscheidet sich von der Trompete durch seine konische, etwas weitere Bauart und den somit weicheren und wärmeren Klang, der Tonumfang ist jedoch derselbe. Ebenso wie bei der Trompete kommen sowohl Zylinder- als auch Perinet-Ventile zum Einsatz. Im Militärorchester wie auch in Blasorchestern ist das Flügelhorn fast ausschließlich mit Melodieaufgaben betraut ("Geige des Blasorchesters"). Charakteristisch für das deutsche Blasorchester ist der wohltuende Kontrast zwischen den Flügelhörnern (weicher Klang) und den Trompeten (scharfer Klang).
Die Posaune
Die "Posaunen" des Altertums (die älteren deutschen Übersetzer sind großzügig mit der Wortwahl, wenn sie Trompeten oder Posaunen beschreiben) wie die "Posaunen von Jericho" wurden nach biblischer Überlieferung zur Zeit König Davids (1025 v.Chr.) und Salomos (999 v.Chr.) bei Tempeldiensten der Priesterkaste und als Kriegs- und Signalinstrument verwendet. Unser Wort "Posaune" geht auf Martin Luther zurück.
Als Instrument mit ausziehbarer Röhre, dem "Zug", entstand es im15. Jahrhundert. Dadurch konnte die Posaune chromatisch halbtonweise nach unten verändert werden.     
Seit dem 16. Jahrhundert hat sich an der Spielweise bis heute nichts mehr geändert. Das Instrument wurde in 5 Stimmlagen, von der Diskant- bis zur Kontrabassposaune, gebaut und so auch chorisch im Ensemble eingesetzt. Im Orchester der Klassik bis zur Gegenwart tritt die Posaune ebenfalls chorisch auf. Als Solo- und Kammermusikliteratur hat die Posaune ein ergiebigeres Feld erst seit der Romantik. In der Orchesterliteratur tritt sie neben der chorischen Funktion auch solistisch schon im Frühbarock auf und ist wegen ihrer klanglichen und technischen Möglichkeiten aus den gegenwärtigen sinfonischen Werken nicht mehr wegzudenken.
Das (Wald)Horn
Das Horn ist eines der ältesten Instrumente. Ursprünglich war es wirklich aus Stier- oder Widderhorn, seit dem Mittelalter immer häufiger aus Metall. Es ist ein weich- und vollklingendes Instrument. Aus dem kreisrunden "Jagdhorn", das keine Ventile besitzt, entstand in der 2. Hälfte des 17. Jh. ein kultiviertes Instrument, das Waldhorn, das im Orchester einen festen Platz errang.
Die Hörner werden immer paarweise verwendet. Das Horn ist ein "transponierendes" Instrument. Zur Klangdämpfung gibt es das"Stopfen" und das "Dämpfen". Beim Stopfen wird ein Holz- oder Blechdämpfer in die Schallmündung eingeführt, das Dämpfen wird mit der bloßen Hand oder einem Tuch ausgeführt. In den heutigen Blasorchestern ist das Horn sehr beliebt.
Bariton
Das Bariton zählt zur Familie der Bügelhörner und ist von seiner Bauart ähnlich einem Horn. D.h., es hat eine ovale Form mit einem nach oben gerichteten Schallstück. Es besitzt 3 - 5 Ventile und hat einen großen Tonumfang.
Dieses Instrument hat eine gemeinsame Grenze zu den tiefer liegenden Basstuben. Darum, die hohe Bassgruppe repräsentierend, wird das Bariton mit einem vierten Ventil versehen, um dadurch die untere Tonlage intonationssicher und voluminöser zu gestalten. Das Instrument wird teils im Violin- und Bassschlüssel transponierend, wie auch im Bassschlüssel klanggleich gelesen.     
Im sinfonischen Orchester wird es als Bariton-Tuba Solo im "Bydlo" in Rimsky-Korsakoffs "Bilder einer Ausstellung" verwendet. Das Bariton ist auch ein häufig gebrauchtes Instrument in Musikkapellen.
Tenorhorn
Bei dem Tenorhorn wird der Ton durch die schwingenden Lippen, häufig mit Hilfe eines Mundstücks, erzeugt. Frühe Vorfahren des Tenorhorn finden sich bereits in vorgeschichtlicher Zeit. Sie verbreiteten sich als Kult-, Signal- und Repräsentationsinstrumente über die ganze Erde. Auf dem urtümlichen und einfach gebautem Horn wurden nur wenige Töne geblasen. Später wurde durch Ausnutzung der Naturtöne (erzeugt durch unterschiedliche Mundspannungen bei Anblasen) auch Melodien möglich.
Die Lücken zwischen den Naturtönen wurden spätestens seit dem Mittelalter durch Tonlöcher überbrückt. Als Material wurde früher vorwiegend Tierhorn, Stoßzahn und Holz verwendet.     
Das heutige Tenorhorn dagegen besteht vollständig aus Metall. Die Löcher werden durch Ventile geöffnet und geschlossen. Das weich und voll klingende Tenorhorn und vor allem Euphonium wird insbesondere in der Harmoniemusik verwendet.
Die Tuba
Die Tuba ist das am tiefsten klingende Instrument in der Familie der Bügelhörner (Bariton, Flügelhorn, Tuba). Ihre geschichtliche Entwicklung läßt sich aus der geradlinigen "Tuba" der Frühzeit ableiten. Es treten 2 Grundstimmungen auf, die in der Militärmusik eingesetzt werden: die kleine Es-Tuba und die größere B-Tuba. Um die Obertonlücke zwischen dem 1. und 2. Naturton auszufüllen, werden diese Tuben mit 4 bis 6 Ventilen ausgerüstet.
Durch seine Bauart bedingt, verfügen die Tuben über eine weiche und tragende Klangfülle. Dies ist auch mit ein Grund, warum dieses Instrument die ideale Ergänzung zur Horn- und Posaunengruppe ist.
Das Schlagzeug
Musikinstrumente, bei denen der Ton durch Anschlagen erzeugt wird, zählen zu den ältesten Instrumenten der Menschheit. Viele Schlaginstrumente sind ursprünglich afrikanischer oder lateinamerikanischer Herkunft (Claves, Maracas, Congas, Agogo). Ihre Hauptaufgabe besteht im Hervorbringen von Rhythmus. Daneben werden sie aber auch zum Erzeugen von Geräuschen, Melodien und besonderen Klangfarben verwendet.
Unter der großen Gruppe der in Idiophone (Selbstklinger, z. B. Kastagnetten), Membranophone (Fellinstrumente, z. B. Trommel) und Chordophone (Saiteninstrumente; z. B. Hackbrett) eingeteilten Schlaginstrumente werden solche mit bestimmter (z. B. Pauke und Xylophon) und unbestimmter Tonhöhe (z. B. kleine Trommel) unterschieden. Das Schlagzeug stellt eine Kombination verschiedener Schlaginstrumente dar; neben der Standardausrüstung im Jazz (große Trommel, kleine Trommel, Hi-Hat, Becken und Tom-Toms) wurde es in der Rock- und Popmusik umfangreich erweitert. In der Neuen Musik wurden zahlreiche Kompositionen für Schlagzeug geschrieben.
Heute ist das Schlagzeug in einem Orchester sehr notwendig. Es hilft den anderen Musikern, im Takt zu bleiben.